Kapitel 5: Götter und Monster
If thought is life and strength and breath
And the want of thought is death
Then I am a happy fly
If I live or if I die
~ Cosmo Sheldrake (The Fly)
Xana war auf ein Spielzeugshuttle getreten und ein Schwall an Informationen schoss durch ihren Kreislauf. Dass sie ihren Verstand in diese Schrottbüchse hineinzwängen musste, um bei den Thorns angestellt zu bleiben, brachte ihre Synapsen regelmäßig zum Schmoren.
Vielleicht sollte sie dem tavandrischen KI-Schutzbund mal stecken, welchen Arbeitsbedingungen sie bei den Thorns ausgeliefert war. Ihren Job hätte sie danach allerdings los. Und es war schon schwer genug gewesen, ihn zu bekommen.
Binnen Sekunden zweigten sich ihre Gedanken in alle nur erdenklichen Richtungen aus. Kurz überkam sie sogar eine existenzielle Angst.
Was ist, wenn sie in diesem Körper stecken bleibt? Was ist, wenn er ihr abraucht und sie dabei draufgeht?
So etwas soll schon mal bei anderen KIs vorgekommen worden sein. Aber Dorian behauptete, das Körper-Modell entspräche allen nötigen Sicherheits- und Mindestanforderungen.
... Mindestanforderungen. Dann war ja alles prima.
Sorgte das Emotionen-Modul dafür, dass sie so irrational dachte? Gehörte sich das so? Das Kontrollmenü gab Rückversicherung: alles im grünen Bereich.
Sie schnaubte.
Im Versuch, sich bei ihrem Sturz abzufangen, war sie mit ihrem rechten Arm an einer Kommodenkante hängengeblieben und abgerutscht. Der ausgeübte Druck reichte aus, um die am Außenarm bereits etwas brüchige und dünne Silokonhaut aufzureißen und die darunterliegende Kunststoffschicht offenzulegen. Im nächsten Moment landete sie schon mit den Knien auf dem Boden. Ein digitales Stottern ertönte – Systemwarnung. Ja, no shit war sie gestürzt …
Sie warf einen Blick auf den materiellen Schaden und ließ eine Abfolge von sonderbar anmutenden, beinahe wütenden Fieptönen von sich verlauten. Erschrocken war Dragan zu ihr geeilt. Er war gerade dabei, seine Spielsachen wegzuräumen.
„Xana? Bist Du verletzt?“, wollte er wissen, warf einen Blick auf ihren Arm und entsetzte sich: „Tut das sehr weh?“
„Das? Ach nein, das ist nur Plastik. Das tut mir nicht weh“, beruhigte Xana den Jungen: „Dieses Körpermodell enthält keine künstlichen Nervenstränge – ich kann damit keine Schmerzen fühlen. Da, siehst Du? Kein Blut, bloß Kunststoff.“
Sie zeigte ihm die aufgerissene Stelle. Der Fünfjährige besah ihren Arm mit Staunen.
„Das tut überhaupt nicht weh?“
„Kein bisschen.“
Dragan zupfte vorsichtig an dem abstehenden Silikonfetzen.
„Hilfst Du mir dabei, die Stelle zu reparieren? Sonst schält sich der Rest auch noch ab. Das würde nicht sehr hübsch aussehen“, schlug seine Nanny vor.
Dragan nickte zögerlich.
An sich war der Schaden gering und schnell behoben: Wäre da nicht die Abstellkammer, in der die Reparaturkits und Ersatzteile gelagert wurden.
Xana arbeitete zwar noch nicht lange bei den Thorns, hatte aber den Eindruck, dass Thorn Senior alles daran setzte, ihre Erfahrung außerhalb der Server so unangenehm wie nur möglich zu machen. Nach außen präsentierte er sich stets offen und freundschaftlich, doch seine Mikromimik und die dezenten, scheinbar unbeabsichtigten Schikanen zeichneten ein anderes Bild.
Xana war der Abstellraum unangenehm, ihr Schützling dagegen fürchtete sich regelrecht davor. Genau genommen waren ihm die beiden ‚Mädchen‘, die hier drin lagerten, unheimlich. Oft hatte die Haushälterin Thorn Junior dabei beobachtet, wie er voller Horror an der Kammer vorbeihuschte. Am liebsten würde der Junge diesen Gang komplett meiden, doch es gab keinen anderen Weg zum Arbeitszimmer seiner Mutter und ihres Sekretärs.
Der Öffnungsmechanismus des Abstellraumes war schon seit einer Weile defekt, weshalb die Tür immer wieder automatisch zur Seite glitt. Auch diesmal verhielt es sich nicht anders. Der Fünfjährige hatte sich zögerlich dem Raum genähert, traute sich jedoch nicht, hineinzusehen. Xana winkte ihn zu sich und lächelte.
„Komm jetzt, Du musst Dich nicht fürchten. Die zwei alten Haushaltsroboter tun Dir nichts.“
Die beiden ausrangierten Modelle waren zugestaubt, vergessen, weggeworfen. Die alte Silikonschicht ihrer Haut war teilweise durch Bakterien zerfressen – so lange lagerten sie schon hier drin. Vielleicht hätte Xana lieber doch auf ihr Empathie-Upgrade verzichtet. Aber sie musste ja unbedingt einen sozialen Job ausprobieren. Und ja, die Gerüchte schienen zu stimmen. Einmal geupgradet gab es keinen Weg zurück. Die Emotionen konnten ganz schön nerven, gleichzeitig wollte sie nicht mehr darauf verzichten.
„Ich habe Angst vor den beiden Mädchen im Schrank. Sie starren so …“
„Aber nein, Dragan. Sie starren nicht. Sie können Dich gar nicht sehen, weil sie schon vor vielen Jahren abgeschaltet wurden.“
Der Junge blickte in die Antlitze der beiden leblosen Gestalten, die an der Wand in ihren Fassungen hingen. Sie sahen gruselig aus. Er hätte am liebsten seine Augen zusammengekniffen und wäre weggerannt. Aber Xana war hier. Er wandte sich nicht ab und besah sich die beiden Mädchen genauer.
Plötzlich sahen sie traurig aus.
So war es auf Altatran. Nicht alles, was gruselig aussah, war gemein oder gefährlich.
Manchmal vergaß er das.
Viele Anwohner Altatrans stammen von fremden Planeten. Viele von ihnen waren nett und überhaupt nicht gemein. Wie Kacho im Kindergarten, der dicke Zangen im Gesicht und vier Arme hatte. Oder Lizaa. Ihre Haut war pechschwarz, sie hatte einen kahlen Kopf und man sah alle ihre Knochen. Sie war auch nett. Und sie trug immer so schöne, bunte Kleider.
Xana hatte in der Zwischenzeit ein Reparaturkit aus dem Regal gezogen und die Box aufgerissen.
„Dragan, hilfst Du bitte kurz? Halt' mal.“
Sie reichte ihm die Box, öffnete die beiden Becher, die sich darin befanden, kippte den Inhalt des einen in den anderen und rührte die beiden Komponenten zu einer zähflüssigen Masse zusammen. Danach begradigte sie die Fetzen auf ihrem Arm und spachtelte den aufgerissenen Bereich gründlich zu. Die Masse war flüssiger als erwartet, rann in alle Risse und nahm fast augenblicklich eine zähe, gummiartige Härte an. Die Unebenheiten bildeten eine künstliche Narbe auf Xanas sonst so glatter und perfekt aussehender Silikonhaut.
„So. Ist jetzt zwar nicht die hübscheste Lösung, aber besser, als wenn die ganze Haut sich ablöst, oder?“
Dragans Blick war wieder auf die beiden Roboter gerichtet.
„Können wir die Mädchen wieder heile machen? Wie Deinen Arm? Können wir sie wieder einschalten? Dann können wir zusammen spielen“, schlug er unvermittelt vor.
Xana schüttelte den Kopf: „Dragan, nicht alles, was aus ist, kann wieder eingeschaltet werden.“
Die Antwort hatte dem Jungen nicht gefallen: „Bist Du wie sie? Wirst Du auch ausgeschaltet? Ich will nicht, dass Du ausgeschaltet wirst!“
„Du musst keine Angst haben“, beruhigte die Haushälterin ihren Schützling: „Ich werde noch sehr lange leben. Bis Du erwachsen bist und noch länger.“
Ihre Behauptung stieß auf Verwirrung.
„Warum sind dann die zwei Mädchen ausgeschaltet?“
„Die beiden Mädchen und ich, wir sind ganz unterschiedlich. Das sind zwei Robotermodelle, die dafür gemacht sind, einfache Arbeiten im Haushalt zu erledigen. Sie sehen Dir und mir sehr ähnlich, aber sie können nicht selber denken. Sie sind nicht lebendig, wie Du und ich, sondern Dinge, wie die Lastenbots von Deinem Papa.“
„Aber Papas Buckler sind doch lebendig?“, wunderte sich der Fünfjährige.
„Das mag auf den ersten Blick so erscheinen, aber sie treffen keine eigenen Entscheidungen. Wenn Dein Papa ihnen keine Anweisungen gibt, machen sie nichts. Und sie würden auch nicht auf die Idee kommen, was zu machen. Das ist etwas, was sie einfach nicht können.“
„Heißt das, Hubert ist nicht lebendig?“ Dragans Stimme zitterte.
„Kann Hubert denn selbst Dinge entscheiden? Zum Beispiel, was er gerne isst oder welche Serien er gerne schaut?“, lenkte Xana hastig ein, um Dragans aufkommenden Tränenausbruch im Keim zu ersticken.
Ihre Taktik trug Früchte. Dragan ging in sich.
„Ja!“, schoss es endlich aus ihm heraus.
„Dann ist Hubert auch lebendig“, schloss seine Nanny.
„Können die beiden Mädchen sicher nicht denken?“
„Ganz sicher.“
Dragans Blick fiel auf Xanas reparierten Arm und er wechselte unvermittelt das Thema.
„Ich will auch einen Körper wie Du. Gestern hat Bruno mich geschubst. Ich bin hingefallen. Das tat voll weh“, er besah den Schorf an seinen Knien: „Und Dir tut nichts weh. Das ist toll!“
„Dein Körper hat aber auch viele tolle Funktionen, die meiner nicht hat“, stellte Xana fest: „Du kannst mit Deiner Haut Sachen fühlen, mit Deiner Nase schöne Gerüche wahrnehmen oder mit Deiner Zunge leckeres Essen schmecken.“
Dragan überlegte, verzog aber dann sein Gesicht: „Weißwurz schmeckt eklig. Wenn ich einen Roboterkörper hätte, würde ich die ganzen doofen Sachen weglassen. Dann muss ich auch nie wieder schlafen oder kacken!“
Sein Gesicht erhellte sich vor lauter Begeisterung.
Xana schmunzelte. Sie wusste, dass Dragan die Grenzen und Möglichkeiten eines künstlichen Körpers noch nicht ganz verstehen konnte.
„Manche KIs wollen einen biologischen Körper haben, so wie Du“, klärte sie den Jungen auf: „Diese KIs sind oft alt und haben viel erlebt. Sie fühlen sich in einem mechanischen Körper zu eingeschränkt, weil sie auch riechen, schmecken und fühlen möchten. In ihrem neuen Körper werden sie aber auch müde, müssen schlafen, essen und auf die Toilette gehen. Und sie können dann auch verletzt werden und Schmerzen haben. Es ist ein bisschen wie ein Tausch – man bekommt etwas Schönes, muss aber gelegentlich auch die weniger schönen Dinge ertragen.“
Xana war noch jung. Aber sie kannte KI-Entitäten, die viel älter waren und nach unzähligen Zyklen ihres Daseins so angeödet waren, dass sie längst nicht mehr wussten, was sie mit sich anfangen sollten. Einige ließen einen Löschungsprozess einleiten. Andere entschieden sich für einen fast vollständig biologischen Körper mit allen dazugehörigen Funktionen. Die Umstellung auf den neuen Körper erfolgte stufenweise. Sie hatte gehört, dass einige KI-Entitäten daran verrückt geworden seien und daraufhin vernichtet werden mussten. Viele allerdings waren nach der abgeschlossenen Annahme ihres biologischen Körpers zum zweiten Mal lebendig – erlebten eine Wiedergeburt, die mit keinem anderen Upgrade zu vergleichen war. Der Kick des Lebens und das Wissen um die eigene, unvermeidbare Vergänglichkeit waren wie ein Rausch, der seinesgleichen suchte.
„Lebst Du schon lange? Willst Du auch einen Körper, der altert?“, wollte Dragan wissen.
„Vielleicht will ich irgendwann wirklich was Neues ausprobieren“, überlegte Xana.
„Aber wenn Du diesen Körper behältst, dann lebst Du für immer?“
Xana schüttelte den Kopf.
„Jeder stirbt irgendwann.“
„Asaler sterben nie. Das hat Susi gesagt“, widersprach Dragan.
Seine Nanny lachte auf.
„Die heißen Astraler, Dragan. Und Susi hat Dir Quatsch erzählt. Auch die Astraler sind nicht unsterblich. Sie leben nur sehr, seeeehr lang.“
Der Junge wirkte wie vor den Kopf gestoßen.
„Auch die Astaler sterben?“
„Genau, Dragan. Alles im Universum ist vergänglich. Das ist ein wesentlicher Bestandteil der Existenz, ohne den es keinen Fortschritt gäbe. Unsere Vergänglichkeit hilft uns, die Zeit die wir haben, effektiv zu nutzen.“
Der Fünfjährige bemusterte nochmals den Schorf auf seinen Knien, warf einen Blick auf die Silikonnarbe auf Xanas Arm und blickte seine Nanny empört an: „Morgen sage ich Susi, dass sie sich besser informieren soll!“
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Die Kreatur fixierte Dorian ausdruckslos mit ihrem Blick. Das lilafarbene Augenweiß und die tiefviolette Iris, die von einem feinen, fast weißen Strich umrandet war, wirkten befremdlich. Das Auge strahlte, und das im wörtlichen Sinne. Bei Licht war dieses Phänomen kaum wahrnehmbar und verriet sich lediglich durch die fuchsiafarbene, unnatürlich helle Pupille; in der Dunkelheit jedoch wurde das schwache Leuchten des gesamten Augapfels deutlich sichtbar.
Für den Magnaten vollkommen belanglos. Seine Aufmerksamkeit galt allein den regenerativen Fähigkeiten dieser karnivoren Pflanzenspezies. In den erforschten Teilen des Universums suchten sie ihresgleichen.
Der steppenartige Planet, von dem das Sheé verschleppt worden war, gehörte zu den jüngsten Entdeckungen der Altatraner.
Eigentlich stand das Gefangennehmen von Lebensformen zu Forschungszwecken unter empfindlichen Strafen. Und obwohl Versuche an lebenden Subjekten theoretisch möglich waren, unterlagen sie so überzogenen Auflagen, dass sie ernsthafte Forschung schlichtweg behinderten.
Wenn schon.
Dorian Thorn stand über dem Gesetz.
Trotz seiner selbstheilenden Fähigkeiten war das Exemplar auf seinem Seziertisch nur noch ein Schatten seiner selbst. Ein verstümmelter Stumpf – unfähig, seinem Schlachter zu entkommen.
Doch auch wenn es sich gerade gefügig verhielt, durfte Dorian die stetige Gefahr, die davon ausging, nicht unterschätzen.
Diese Kreaturen waren dazu befähigt, fremde anatomische Strukturen in ihr eigenes Gewebe zu integrieren und sogar eigenständig nachzubilden.
Ansonsten wusste man kaum etwas über sie, denn sie unterschieden sich zu stark im Erscheinungsbild und in ihren Fähigkeiten. Sie verrieten sich allenfalls durch ihr Fresswerkzeug. Im geschlossenen Zustand eine unscheinbare Knospe – bei der Jagd ein Maul, das sich zu einer tödlichen Blüte entfaltete.
Das Versuchsobjekt vor ihm hatte sein Blütenmaul seit seiner Gefangennahme nicht mehr ausgefahren. Zumindest nicht, solange jemand anwesend war.
Er griff nach einer Gartenschere.
Jeglicher Hautkontakt musste penibel vermieden werden; selbst eine flüchtige Berührung mit diesem Flickenteppich aus biologischer Masse barg die Gefahr unmittelbarer Verwachsung.
Die Klinge des Schneidwerkzeugs berührte die dunkle Haut des Shée. Sie spannte sich daraufhin etwas, als würde das Gewebe die bevorstehende Verletzung erahnen.
Der Mani schnitt die zuckenden Nagerklauen und die lautlos auf- und zuklappenden Schnauzenfragmente ab, die hier und da aus dem entstellten Leib sprossen. Stutzte die Kreatur zurecht wie einen gewöhnlichen Stadtparkstrauch.
Jedes Mal, wenn die Klinge sich schloss, knackte es, und violettes Sekret trat hervor, das sich in feinen Fäden zwischen Klinge und der Schnittstelle spannte. Die Wundränder zogen sich zusammen und verschmolzen wieder zu einer geschlossenen, unebenen Oberfläche.
Das Auge des Shée setzte sich in Bewegung. Wanderte an einem biegsamen, langen Strang durch die Luft. Begutachtete seine Peiniger; ihre Hände und die Werkzeuge. Dann blickte es auf den geschundenen Körper unter sich – als wäre es gar nicht damit verwachsen.
„Spürt es denn gar keine Schmerzen?“, wunderte sich Olga, die ihrem Vater heute zum ersten Mal bei seiner Arbeit assistieren durfte.
Die morbide Neugierde seiner Tochter gefiel Dorian.
Er lächelte, wählte ein Skalpell und schabte demonstrativ ein großes Stück Haut aus dem Shée heraus, sodass es als faseriger Fetzen abklappte.
Die blutähnliche Substanz trat erneut hervor. Zunächst war sie flüssig und füllte die klaffende Einkerbung bis über den Rand, ehe binnen Sekunden die Koagulation einsetzte und den Einschnitt mit einer zähen, dunklen Schicht versiegelte.
Unmittelbar danach setzte die Regeneration ein. Das fast vollständig abgetrennte Stück wurde vom umgebenden Gewebe zurückgezogen. Erst feine Fäden, dann kräftigere Stränge streckten sich einander entgegen, verbanden sich und verschlossen die Wundfläche vollständig.
Zurück blieb lediglich eine glatte, dunklere Narbe.
„Es spielt gar keine Rolle, was die niederen Kreaturen empfinden“, erklärte Dorian seiner Tochter: „Lass' Dir von keinem etwas anderes erzählen. Diese Bestien existieren nur, um unser Dasein zu verbessern. Ansonsten ist ihr Leben wertlos.“
Eine Lektion, die er seiner Tochter immer wieder eintrichterte. Mitgefühl; Empathie – sei etwas für Schwache und Dumme. Ein Bremsklotz für den persönlichen Erfolg, den Fortschritt und die Forschung.
Er reichte das Skalpell seiner Tochter.
„Ich benötige eine Probe. Schneidest Du ein Stück für mich heraus? Am besten die Stelle mit den Borsten hier. Achte darauf, dass Du keinen Kontakt damit hast. Du darfst ein Sheé niemals direkt berühren.“
Seine Tochter nickte und nahm das Werkzeug mutig entgegen.
„Schneide ruhig etwas tiefer rein. Drei bis vier Kubikzentii sollten genügen.“
Die Teenagerin ließ die Skalpellklinge mit sanftem Druck in die Haut der Kreatur versinken. Ein angenehmes Kribbeln ging durch ihren gesamten Körper. Vor lauter Aufregung fühlte sich ihr Kopf ganz leicht an und ein sanftes Schwindelgefühl überkam sie.
Ihrem Vater zu assistieren – ihn zufrieden zu stellen – das waren die glückseligsten Momente ihres jungen Lebens.
Sie lächelte in sich hinein, als sie sich vorstellte, wie ihr kleiner Bruder unter Heulkrämpfen an der Aufgabe scheiterte, die sie gerade so tapfer ausführte. Natürlich war er viel jünger als sie, aber sie war davon überzeugt, dass er für den Rest seines Lebens ein verheultes Weichei bleiben würde.
Nicht wie sie.
Unbeirrt und furchtlos.
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